Impuls zum Freitag der 28. Woche im Jahreskreis


Bild von Josch13 auf

In der Weihnachtszeit begegnen wir zwei Liedern, die sich mit Rosen befassen: Als Maria durch einen Dornwald ging, da haben die Dornen Rosen getragen…, und: Maria, der Dornstrauch, bringt eine Rose hervor, die so süß duftet, dass sie uns von Sünde und Tod rettet(„Es ist ein Ros entsprungen“).

Jetzt sind wir schon nahe am „Rosenkranz“. Die Heilige, die in einer Vision Maria sehen durfte, erblickte sie mit einem Kranz von Rosen in ihren Händen. Von daher hat der Rosenkranz seinen Namen. Wir beten also von Rose zu Rose. Erst im dauernden Wiederholen und Hinsehen erschließen wir die Rose ganz: Die Rose als Knospe – wie sie aufspringt – oder von Tautropfen benetzt ist – wie sie aufblüht mit ihrem betörenden Duft – in heißer Sommersonne – dann sich langsam aufblättert- schließlich fällt ein Blatt nach dem anderen ab. So sehen wir Maria als junges Mädchen und dann als Frau: froh – liebend – beschenkt – geprüft – traurig – hoffend – erlöst – gekrönt.

Immer wieder können wir sie mit ihrem Sohn neu betrachten; aber noch schöner ist es, eine Rose geschenkt zu bekommen, weil dann Liebe daran haftet. Je mehr Liebe im Schenken liegt, umso wertvoller wird die Rose. Liebe und Anerkennung sind nötiger als Brot. Das vergessen wir oft.

„Schenkt euch viel mehr Blumen während des Lebens, denn auf den Gräbern sind sie vergebens“, so steht es in manchen Poesiealben. Der Rosenkranz kann auch dafür wieder die inneren Augen öffnen. Wer sich in ihn regel- mäßig versenkt, Rose für Rose betrachtet, der kann aus der Kraft dieser Meditation zum „duftenden Geschenk“ für seine Mitmenschen werden.

(nach Wilhelm Willms. Von Perle zu Perle, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer)

Wir beten ein Gesätz vom freudenreichen Rosenkranz

5. Gesätz: … den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.

Vater unser im Himmel…

Bibeltext                                                                      Lk 2, 41 -47

Jesus blieb als zwölfjähriger bei der Wallfahrt nach Jerusalem im Tempel zurück, während seine Familie schon wieder auf dem Heimweg ist. Maria hat gedacht, Jesus sei in der Pilgergruppe bei den Verwandten. Als er  nirgends zu finden ist, gehen sie zurück und finden ihn noch immer im Tempel bei den Schriftgelehrten.
Jesus versteht nicht, warum sie ihn überhaupt gesucht hatten, da er ganz selbstverständlich im Haus seines Vaters war.

Gedanken

Es gibt Situationen im Leben, wo wir feststellen, dass wir Gott scheinbar verloren haben. Wir gehen unseren Lebensweg weiter, ohne ihn groß in Frage zu stellen. Plötzlich weicht die Sicherheit der Frage, wo denn Gott geblieben ist. Manchmal ist ein vermeintlicher Rückschritt, eine Umkehr erforderlich, um wieder zu Gott zu finden. Doch Jesus gibt uns zu verstehen, dass wir in unserem Innersten immer wissen, wo wir ihn wieder finden können.

Gegrüßet seist du, Maria…

…den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast… (10x)

Ehre sei dem Vater…

Gebet:

Gott, unser Vater. Steh uns bei, dass wir uns im Rosenkranzgebet an Maria orientieren und an ihrem Glauben uns ausrichten. Darum bitten wir dich durch deinen Sohn, den Maria zur Welt gebracht und bis unters Kreuz begleitet hat und durch den Heiligen Geist. Amen.

Segen:

Der Herr sei vor uns, um uns den rechten Weg zu zeigen – wie eine Mutter ihrem Kind.
Der Herr sei neben uns, um uns in die Arme zu schließen und uns zu schützen- wie eine Mutter ihr Kind.
Der Herr sei hinter uns, um uns zu bewahren vor der Heimtücke anderer Menschen- wie eine Mutter ihr Kind.
Der Herr sei unter uns, um uns aufzufangen, wenn wir fallen- wie eine Mutter ihr Kind.
Der Herr sei in uns, um uns zu trösten, wenn wir traurig sind- wie eine Mutter ihr Kind.
Der Herr sei über uns, um uns zu segnen- wie eine Mutter ihr Kind.
So segne uns der gütige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Christa Gerdzen