Impuls zum Mittwoch der 16. Woche im Jahreskreis


Bild von Margarita Kochneva auf

Gott beugt sich nochmal nach vorne und sieht aus seinem Himmelsfenster, was auf der Erde gerade vor sich geht. Was er da so alles entdeckt: ein Politiker hält mit hochrotem Kopf aufgeregt eine Rede, eine Ordensschwester wird mit Burnout in eine Klinik eingeliefert, eine erschöpfte und überforderte Mutter schlägt ihr Kind wegen einer Kleinigkeit, ein Manager erleidet gerade einen Schlaganfall ...

Was ist nur los in dieser Welt, wundert er sich. Am liebsten würde er alle nebeneinander auf sein himmlisches rotes Sofa setzen, ihnen vom himmlischen Fruchtsaft einschenken und - ja und - sonst mal gar nichts. Sie einfach zur himmlischen Ruhe kommen lassen, zur Ruhe bei Gott! Wie gut täte das dem Politiker, der Ordensschwester, der Mutter, dem Manager und ganz sicher auch Ihnen und mir! Viele sehnen sich nach dieser Ruhe. Und selbst, wenn äußerlich mal Ruhe eintritt, fällt es oft schwer, auch innerlich stille zu werden.

Für mich ist es eine Hilfe, mich bewusst in die Gegenwart Gottes zu stellen. Ich stelle mir dann vor, wie sein liebender Blick mich umfängt und birgt. Oft werde ich dann ruhiger - so wie es im Ps. 62 heißt: "Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe" (Ps 62,2). Und wenn das Innere erstmal zur Ruhe gekommen ist, wirkt sich das auch auf den Leib aus. Urlaub ist eine gute Gelegenheit, sich Zeit zu nehmen und zu entschleunigen. Dabei hilft vielleicht die Vorstellung, sich in Gedanken mal neben Gott aufs rote Sofa zu setzen und die himmlische Ruhe zu genießen.

So wünsche ich Ihnen himmlisch - erholsame Urlaubstage! Und sollten Sie gerade keinen Urlaub haben, dann laden Sie zwischendurch Gott einfach mal auf einen Kaffee ein und nehmen sich mit ihm eine himmlische Auszeit. Auf Gartenstühlen oder auf dem Sofa.

Quelle: www.ndr/Kirche/schulz1006.pdfnb

Günter Wessendorf