Impuls zum Mittwoch der 6. Woche im Osterkreis - 12.05.2021


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In der Weihnachtsgeschichte nach Matthäus nimmt Marias Verlobter Josef diese Rolle ein. Der Evangelist überliefert sogar den Traum des Josef, sein Hadern mit der Situation, sein Ringen mit der Frage, ob er Maria wegschicken soll. All das lässt ihn zur Identitätsfigur für Menschen werden, die von sich selbst wissen, dass sie kein Star sind und sich eben auch um ein redliches Leben bemühen. Bei Josef bewirkt erst der Zweifel die wohl tiefste Glaubenserfahrung seines Lebens. Der gerecht Handelnde. Doch was macht diesen Mann am Rand so bedeutsam und zu einem Vorbild? Es ist mit zwei kleinen Wörtern zu beschreiben: Er handelt und er ist mutig! Dieser Josef wird als ein Mensch beschrieben, der "gerecht" ist. Nach seinem Traum wird keine Aussage von Josef überliefert, sondern es heißt, dass er "tat, was der Engel ihm befohlen hatte". Dem Willen Gottes entsprechend zu handeln, erfordert ein Vielfaches an Mut gegenüber dem einfachen Weglaufen. So lässt sich bei Josef, still und unauffällig, eine wirkliche Heldengeschichte beobachten. Es ist eine Heldengeschichte außerhalb des Rampenlichts und der Aufmerksamkeit des Lauten, eine Heldengeschichte am Rand.

Kolpingfamilie Bokeloh,
anläßlich des Josefjahres